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Henry Jeannoire
Autor


Romane

MOTORYACHT UND LUFTMATRATZE
Der erotische Roman

Es ist 8.30 Uhr. Der Wirt am See hat gerade seine Bude geöffnet und mir einen Milchkaffee gebracht. Ich bin für heute sein erster und derzeit noch einziger Gast.

Ich sitze bequem am Tisch mit ausgestreckten Beinen, entspannt zurückgelehnt und spüre die Kühle des Morgens, bei welcher ein Kaffee deutlich besser schmeckt, als in der brütenden Hitze der vergangenen Tage.

Die Sonne ist längst aufgegangen, aber noch liegt ein leichter Nebel über dem See. Ein faszinierendes Bild, wenn sich die Sonnenstrahlen den Weg durch ihn suchen. Es glitzert so schön und man sieht nicht den kleinsten Kringel auf der Wasseroberfläche, so glatt ist sie. Fast unheimlich.

Ich genieße den Moment und die Ruhe und hoffe, daß sie noch ein wenig anhält, bevor hier wieder der Teufel losbricht.

Zur Freude des Wirtes soll es auch heute wieder sehr heiß werden und sein Geschäft wird brummen bis in die Nacht. Abends wirft er den Grill an und die Leute essen, trinken und suchen die Kühle des Sees, weil sie es zuhause nicht aushalten. Die ersten Rentner rollen an mit ihrer typischen Baggerseeausrüstung, gefolgt von alleinerziehenden Müttern mit ihren nervigen Bälgern und ein paar Arbeitslosen und Solchen, die es bestimmt bald werden, arbeitslos, meine ich.

Ich zahle meinen Kaffee und gehe zur Decke, um meine Luftmatratze aufzublasen.

Das ist zugleich mein Herz-Kreislauftest, denn ich blase das Teil mit dem Mund auf, weil ich nicht auch noch einen Blasebalg mit mir rumschleppen möchte. Gehen mir beim Kopfteil der Matratze langsam die Lichter aus, weiß ich automatisch, daß ich heute vorsichtig sein muß. Ein Kopfsprung ins Wasser ohne vorherige Abkühlung könnte dann dazu führen, daß ich länger als mir lieb ist über den See treibe – und zwar ohne Matratze.

Auch diesen Tag werde ich wieder größtenteils auf ihr verbringen. Alle paar Minuten lege ich eine Rolle seitwärts ein und lasse mich willig ins kühle Nass fallen. Für mich ist dies schon von jeher die einzigste Möglichkeit, diese Hitze unbeschadet zu überstehen.

Die letzten Jahre hatte ich allerdings wenig Gelegenheit dazu. Vielleicht hatte ich auch nur keine Lust. Im Sommer lag ich meist gelangweilt auf der Liege im Garten und lief alle zehn Minuten zur Gartendusche. Dabei habe ich stets versucht, möglichst alle Strahlen der Dusche zu erwischen, um wenigstens teilweise eine Art Erfrischung zu spüren.

Meine Freundin pflegte ihren Garten und ihr Haus aufopferungsvoll. Sie hatte extra einen elektrischen Rasenmäher gekauft, weil sie mich auf der Liege nicht in meiner Konzentration stören wollte.

Wenn man sich den Rasen genau betrachtete erkannte man sofort, wo ich lag, denn hier war das Gras noch nicht geschnitten. Sie hatte immer schön um mich herumgemäht und wollte nicht, daß ich extra aufstehen musste. Das war vor unserer Trennung, versteht sich.

Mangels Garten bin ich nun also wieder hier am Baggersee auf meiner Luftmatratze, wie schon vor etwa 25 Jahren und schwelge in Erinnerungen.

Der Inhaber der damals angesagtesten Disco und sein meist weibliches Personal erholten sich hier tagsüber, um es dann in der Nacht wieder richtig krachen zu lassen. Die Rothaarige mit ihren zwei deutlich hervorstehenden Eigenschaften gehörte damals schon zum Inventar und es war mir ein Rätsel, wie sie es schaffte, bis zum Abend wieder so scharf auszusehen.

Ich habe sie erst kürzlich im Kaufhaus in der Lebensmittelabteilung getroffen und sie ging, ungelogen, am Stock. Sie hätte, ohne in die Maske gehen zu müssen, die Hexe bei Hänsel und Gretel spielen können. Eine traurige Karriere und ein schauriger Anblick. Sicherlich würde sie es ohne fremde Hilfe nicht mehr bis zum See schaffen. Weder hinein und schon gar nicht mehr wieder heraus.

Ihrem ehemaligen Boss ging es derweilen auch nicht mehr so blühend rosig wie damals. Die 5 Jahre Knast wegen Steuerhinterziehung hatten ihn in seiner Persönlichkeitsentwicklung doch ein Stück weit zurückgeworfen. Dabei wäre für ihn eine gewisse Entwicklung, egal in welche Richtung, erkennbar notwendig gewesen.

Nachdem er vor langer Zeit in einen rostigen Nagel getreten war, zog er sein linkes Bein nach. Die Blutvergiftung erkannte er mangels Hirnmasse nicht als solche und er entging nur knapp einer Beinamputation. Natürlich nahm ihm das etwas an Beweglichkeit und die Art und Weise, wie er fortan auf seine Harley stieg, erinnerte ein wenig an Humpelstilzchen im Rockerkostüm. Was war nur aus den Helden des Saturdaynightfevers geworden?

An dieser Stelle drängt sich mir fast zwangsläufig die Frage auf:

„Was ist aus mir geworden?“

Ich entschließe mich kurzerhand, eine Runde auf der Luftmatratze zu drehen, und diesen kleinen Denkanstoss später zu verarbeiten.

So treibt meine Luftmatratze über den See, angeschoben von einer kleinen Brise, welche das Nass auf meinem Körper ein wenig kühler wirken lässt. Ich liege auf dem Rücken und betrachte meine schmalen Füße. Für einen Mann sind sie wirklich recht zierlich, aber ich mag sie, besonders wenn sie so schön braun sind wie im Moment. Meine Ex hatte sich immer gewundert, wie man auf ihnen stehen kann, ohne umzufallen. Logischerweise gab es da noch ein paar andere Dinge, über die sie sich wundern sollte. Ok.

Ansonsten bin ich im Moment alles Andere als zierlich. Ich habe mal wieder eine Menge Zeit im Fitnessstudio verbracht. Könnte ich mir selbst begegnen, würde ich einer eventuell drohenden Auseinandersetzung nicht gerade gelassen entgegensehen.

Meine Haare sind von der vielen Sonne an manchen Stellen ausgebleicht und obwohl ich eigentlich eher dunkelblond bin, verhilft mir der Sommer immer wieder zu dieser ansprechenden, blonden Optik. Dazu gibt es einen Satz blaue Augen und ein jungenhaftes, etwas spitzbübisches Gesicht. Alles in allem eine gelungene Mischung.

Seit Jahren haftet mir das Image des Sonnyboys an, der witzig, immer gut gelaunt und zu jeder Schandtat bereit ist. Das ist alles nun nicht gerade dramatisch, wäre da nicht die Tatsache, daß ich kurz vor meinem 47 sten Geburtstag stehe.

In den letzten 20 Jahren hat sich mein Aussehen kaum verändert. Mein Blondschopf ist noch immer üppig und graue Haare kenne ich nur von Anderen. Das macht mir fast ein wenig Angst. Muss ich doch mit ansehen, wie meine Altersgenossen praktisch stündlich altern und ich einige Bekannte, die ich länger nicht gesehen habe, nur noch an ihrer Stimme erkenne. Natürlich werde ich mich nicht über mein Aussehen beschweren. Es kommt mir im Moment nicht nur so vor, als wäre die Zeit stehen geblieben, ich sehe auch so aus. Allerdings kann ich derzeit noch nicht richtig einschätzen, ob das eher ein Segen ist oder sich etwa noch zu einem ausgewachsenen Fluch entwickeln könnte.

„Auch diesen Punkt möchte ich jetzt nicht mit mir ausdiskutieren“.

Also gehe ich an Land und schaue mal, was ich mit meiner gerade gewonnen Freiheit in Sachen Beziehung so alles anfangen kann.

Bislang hat sich ja nicht viel getan und obwohl mir das niemand glaubt, hocke ich abends lieber zu Hause auf dem Sofa, als auf die Rolle zu gehen. Das erleichtert die Suche nach trauter Zweisamkeit natürlich nicht unbedingt. Allerdings habe ich mich in der Vergangenheit sowieso lieber finden lassen. Das ist nicht so anstrengend, als wenn man selbst auf die Suche geht. Dafür bekommt man aber auch nicht unbedingt immer das, was man sich selbst aussuchen würde.

Bis jetzt hat das, was ich mir selbst ausgesucht habe, meist Schmerzen verursacht. Daher sollte ich mich vielleicht doch lieber finden lassen. Da hatten die Anderen anschließend die Schmerzen. Ich denke, das ist die bessere Lösung! Oder etwa doch nicht?

Ich döse so vor mich hin und die Sonne brennt mir gnadenlos ins Gesicht. Ich bin kurz vorm Einschlafen und drehe mich auf die linke Seite, um die Embryostellung einzunehmen, so, wie ich es zuhause in meinem Bett auch gerne tue.

Bei dieser Gelegenheit erwache ich jedoch aus meinem Koma und sehe, wie durch einen mysteriösen Schleier, eine Person in meine Richtung laufen. Meine Pupillen unternehmen einen verzweifelten Versuch, ihre Optik scharf zu stellen, denn erste erkennbare Konturen lassen auf ein weibliches Wesen schließen.

Zeit, die Augen aufzumachen, denke ich mir und als ich wieder klar sehen kann, spielen sich sofort und ohne Vorankündigung dramatische Szenen innerhalb meines aufgeheizten Körpers ab. Sämtliche Drüsen und alles, was ähnliche Funktionen erfüllt, haben, wie auf Knopfdruck, ihr komplettes Reservoir an Hormonen in meinen Blutkreislauf geschüttet. In meinen Adern ist der Teufel los und dieser gefährliche Cocktail ist nun unaufhaltsam auf dem Weg zur Hirnanhangdrüse und wer weiß, wo sonst noch hin. Es ist klar, was es in wenigen Sekundenbruchteilen geben wird….nämlich

„Feuer unterm Dach!“

Was ist geschehen? Was kann mich in diesen Zustand völliger Unkontrolliertheit versetzen?

Das lässt sich relativ einfach erklären.

Die Person, die hier beharrlich auf mich zusteuert, ist ca. 1,75 m groß, hat blonde lange Haare und eine anbetungswürdige Figur. Sie macht große Schritte mit ihren schlanken, langen Beinen und ich komme mir vor wie in einem Hollywoodstreifen der in Zeitlupe läuft. Sie wirft ihr langes, nasses Haar nach hinten und legt zwei traumhafte Brüste frei, deren Nippel hart sind von der Kühle des Sees und sich frech und ungeniert nach oben recken.

Sie bleibt keine 10 m von mir entfernt stehen, bückt sich nach einem Handtuch und zeigt mir ihr Hinterteil, das nicht nur durch einen Stringtanga in zwei Hälften geteilt wird. Sie steht nun mit dem Rücken zu mir und auch diese Ansicht ist schlichtweg unbeschreiblich schön.

Meine Hormone drehen nun vollends am Rad. Ich brenne lichterloh, und zwar an beiden Enden. Ich muß nun blitzartig Befehle ans Kleinhirn senden, bevor es peinlich wird. Erstens: Sofort den Mund schließen, bevor sich Ungeziefer darin ein neues zuhause sucht! Zweitens: Schnellstens auf den Bauch legen und so tun, als hätte ich sie gar nicht gesehen!

Ok, ich gebe zu, das kam gerade nicht ganz glaubwürdig rüber.

Also drehe ich den Kopf von ihr weg und bleibe mindestens 5 Minuten regungslos in dieser Stellung liegen. Das wird ihr das Gefühl geben, daß mich ihr Auftritt in keinster Weise beeindruckt hat.

„Es ist kaum zu glauben, wie lange 5 Minuten sein können“.

Ganz zufällig drehe ich nun meinen Kopf auf die andere Seite und mit einem halboffenen Auge versuche ich herauszufinden, wohin sie schaut. Sie sieht in meine Richtung, hat aber eine dunkle Sonnenbrille auf, die mich nicht erkennen lässt, was genau da abgeht. Das Spielchen wiederhole ich noch einige Male, ohne jedoch neue Erkenntnisse gewinnen zu können.

Mittlerweile bin ich nassgeschwitzt vor Hitze und Aufregung. Ich brauche dringend eine Abkühlung, stehe auf und gehe Richtung Wasser, ohne einen Blick nach links oder rechts zu wagen. Mit einem Hechtsprung und ohne mich vorher abzukühlen stürze ich mich in den See und kraule ein ganzes Stück weit hinaus, quasi raus aus der Gefahrenzone.

Ich habe ihre Blicke in meinem Rücken gespürt und sie in vollen Zügen genossen. Was gibt es Schöneres als das Gefühl, daß hier irgendetwas passieren könnte, von dem man im Moment nicht mehr weiß als die Tatsache, daß vielleicht die Möglichkeit dazu bestünde.

Meine Gedanken kreisen wie die Erde um die Sonne und mich beschleicht ein schaurig schönes Glücksgefühl. Ich bin irgendwie besoffen von der Vorstellung, daß wir uns eventuell kennenlernen könnten.

Ich bin nicht gerade das, was man unter einem klassischen Aufreisser versteht, auch, wenn mein Äußeres dem zu widersprechen vermag. Lieber würde ich diesen Kelch an mir vorüber gehen lassen, als mir einen Korb zu holen.

Da Geduld nicht gerade eine Tugend der Jugend ist, bin ich in diesem Falle ein wenig im Vorteil. Also beschließe ich hiermit, das Ganze auf mich zukommen zu lassen. Außerdem habe ich in irgendeinem Magazin gelesen, daß die Frauen entscheiden, mit wem sie sich einlassen und daß man sich die ganze Baggerei sowieso schenken könnte. Das kommt meinen Vorstellungen vom Kennenlernen ein Stück weit entgegen und ich versuche mich in Gelassenheit zu üben, ohne jedoch gleich in meine sonst übliche sommerliche Lethargie zu verfallen.

Ich muß nun irgendwie versuchen, ohne großes Aufsehen wieder auf meine Decke zu kommen. Das ist an diesem Strand für mich nicht ganz so einfach, wie man meinen sollte, denn hier verbringen einige Bekannte meiner Ex ihre Freizeit. Da ich natürlich von ihr immer als der böse Bube in unserer Beziehung dargestellt wurde, haben die nichts Besseres zu tun, als jeden meiner Schritte gleich per sms an sie weiterzugeben. Verdammt lästig, diese Beobachtungsposten.

Nachdem ich in der letzten halben Stunde keinerlei Signale von meiner schönen Nachbarin empfangen habe, die mich zum Bleiben animieren könnten, beschliesse ich, meine Sachen zu packen und den Badetag zu beenden. Es ist auch schon relativ spät und ich habe momentan eigentlich keinen richtigen Plan, was ich mit dieser Lady anfangen soll.

Um zum Parkplatz zu gelangen, muß ich an ihrem Liegeplatz vorbei. Ich versuche, einen teilnahmslosen Ausdruck auf mein Gesicht zu zaubern und möglichst cool zu wirken.

„Keine einfache Aufgabe, wenn man brennt wie eine Fackel.“

Also los geht’s. Ich nehme meine Badetasche in die linke Hand, den Autoschlüssel in die rechte und marschiere los. Ich sehe, daß sie auf dem Bauch liegt und als ich kurz vor ihrer Decke bin, hebt sie den Kopf. Ich kann zwar wieder nicht in ihre Augen sehen, wegen dieser doofen Sonnenbrille, aber es ist jetzt klar, daß sie mich anschaut. Sie fängt an zu lächeln und sagt „tschüss“. Ich sage ebenfalls „tschüss“ und laufe weiter, ohne innezuhalten.

Oh Mann! Was bin ich nur für ein Feigling? Wieso kann ich nicht einfach, wie jeder einigermaßen gebildete Mitteleuropäer, unvoreingenommen ein paar Worte mit ihr wechseln? Warum habe ich wieder den Coolen raushängen müssen? Vielleicht hätte ich diesen Abend mit ihr verbringen können, anstatt alleine in meiner heißen Bude zu sitzen und in den Fernseher zu glotzen. Ich bin ja so ein Vollidiot.

Auf meinem weiteren Weg zum Auto wird mein Fluchen weniger, da mir plötzlich klar wird, daß ich mir überhaupt keinen Text zurechtgelegt hatte für den Fall, daß sie mich anspricht. Ich bin zwar ziemlich schlagfertig und wortgewandt, aber unter gewissen Umständen kann mir auch schon einmal ein kleiner Fauxpas über die Lippen kommen. Die zarten Triebe unserer kleinen Romanze hätten innerhalb eines Satzes bereits wieder verwelkt sein können.

„Gut, daß ich vorbeimarschiert bin.“

Ein solches Projekt sollte man nicht angehen, ohne einen Masterplan zu haben. Ich muß die Nacht nutzen und mir Gedanken machen, wie ich dieser blonden Göttin mit der bronzefarbenen Haut näher kommen kann, ohne aufdringlich zu wirken.

Die folgende Nacht war grausam. Es war sehr warm in der Stadt und speziell in meiner Wohnung. Sie ist zwar sehr schön, groß und extravagant geschnitten, aber dennoch eine Dachgeschossmaisonettewohnung.

Jeder, der in der Schule nicht nur Singen und Klatschen hatte und in Physik mal eine Sekunde aufgepasst hat, weiß, welche Richtung die Wärme nimmt, wenn sie genügend Platz nach oben hat.

Meine Wohnung liegt im 4. OG, mein Schlafzimmer gar noch einen Stock höher. Dieses Zimmer ist exakt dort, wo der wärmste Punkt im ganzen Haus zu sein scheint.

Ich habe bereits vor einiger Zeit ein großes Loch in die Außenwand bohren lassen, damit ich ein Klimagerät aufstellen kann. Schalte ich es rechtzeitig ein, herrschen hier in relativ kurzer Zeit arktische Temperaturen. Der Haken an der Sache ist nur, daß sie relativ laut ist und ich nicht einschlafen kann. Schalte ich sie aus, schlafe ich zwar ein, wache aber spätestens eine Stunde später schweißgebadet wieder auf, weil es schon wieder heiss ist. Ein scheiß Spiel. Also entschloß ich mich, ins Wohnzimmer zu gehen und mich auf die Couch zu legen. Die ist ziemlich groß und bequem und das schwarze Leder war angenehm kühl, zumindest eine Zeit lang.

Ich riss alle Fenster und die beiden Terrassentüren auf, damit es ein wenig Durchzug gab. Außer einem lauen Lüftchen wehten allerdings auch noch ein paar ungebetene Töne durch mein Wohnzimmer. Im Einzelnen waren das ein Saxophon, die Stimmen einiger Dutzend Leute, die unten im Café saßen und der Lärm unzähliger Autos, die hier des nächtens ihre Kreise drehten, oft begleitet von dumpfen Bässen, die sich bekanntlich richtungslos und vermutlich bis ins nächste Universum ausbreiteten.

Ich bin von Haus aus zwar eher der gelassene Typ, wenn es sich aber wie hier um einen eindeutigen Fall von Schlafvereitelung handelt, werde ich ziemlich schnell sauer, denn mein Schlaf ist mir heilig.

Gott gebe mir die Kraft, Dinge, die ich nicht ändern kann, zu akzeptieren. Dieser Satz ging mir die halbe Nacht im Kopf herum. Natürlich konnte ich keine Hilfe von oben erwarten, denn ich bin Atheist und ich bitte jeden, der mit mir über dieses Thema diskutieren möchte, sich der Evolutionstheorie von Charles Darwin kundig zu machen.

Es war zwar weit und breit keine Hilfe in Sicht, dafür aber unangemeldeter Besuch. Nein, kein Damenbesuch, zumindest nicht in huminider Form.

Wohl aber in Form von Stechmücken und soviel ich weiß, stechen hier nur die Mädels.

An dieser Stelle möchte ich nochmals die vergangene Nacht kurz zusammenfassen. Es war also unheimlich heiss, wahnsinnig laut und eine Horde knackiger Schnakendamen fielen über mich her.

Sicherlich werden sie sich fragen, wie kann man nur in solch einer Wohnung leben? Und genau diese Frage stellte ich mir in diesem Moment auch.

Ich habe den Sommer bislang immer bei meiner Freundin mit besagtem Haus und Garten verbracht. Irgendwie ist mir in den vergangenen zehn Jahren nie aufgefallen, daß man hier in der Stadt im Sommer praktisch gar nicht überleben kann.

Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Nacht überstanden habe. Da ich gestern abend zu faul war, mein Auto auszuräumen, musste ich heute keine Badesachen packen. Ich schaue auf meinen Chronometer. 8.00 Uhr und ich verlasse fluchtartig die Wohnung. Es ist schon wieder schwülwarm und die Wolken am Himmel verheißen nicht unbedingt Badewetter.

Das ist mir völlig egal, denn erstens ruft die Luftmatratze und zweitens eine unbekannte Schöne. Ob sie wohl auch zum See kommt, wenn das Wetter zwar heiß, aber der Himmel nicht strahlend blau ist?

Ich werde es bald wissen, denn ich bin schon auf dem Weg zum See. Vermutlich bin ich um diese Uhrzeit der Erste dort.

Tatsächlich steht auf dem Parkplatz noch kein Auto außer meinem. Ich nehme also wieder meine Badetasche und marschiere genau zum gleichen Liegeplatz wie gestern auch. Dann trinke ich meinen Kaffee in der Strandkneipe. Der Kellner ist gut drauf und auch der Wirt ist wieder guter Dinge, obwohl laut Wetterbericht Regen angesagt ist. Der See ist heute nicht ganz so mythisch wie gestern, dafür sieht der Himmel umso interessanter aus und es wird bestimmt bald ein Gewitter geben.

Es ist sehr schwül und selbst der Morgen verschafft keine Abkühlung mehr. Ich bin angespannt und beobachte jede Regung, die sich irgendwo tut, ob es vielleicht meine schöne Nachbarin von gestern ist.

Und die läßt auch nicht lange auf sich warten. Ich sehe sie von Weitem und mein Puls geht hoch wie bei Nicki Lauda, kurz bevor er in die Betonmauer krachte.

Was ist das nur für ein irres Gefühl? Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann mich eine Frau so dermaßen in die Gänge gebracht hat. In diesem Moment wollte ich nichts mehr auf dieser Welt als irgendwie bei ihr zu sein, mit ihr zu reden oder weiß der Teufel was zu tun.

Mir wäre eigentlich schon geholfen, wenn sie mich registrieren würde, aber sie sieht mich nicht.

Sie geht zielstrebig auf ihren Platz von gestern zu und sieht einfach toll dabei aus. Sie trägt ein ganz dünnes, gemustertes Sommerkleid in beige, braun und einem gedämpften orange, offene Schuhe und einen Ledergürtel mit Riemchen.

Ihre Haare hat sie hochgesteckt. Bei jedem Schritt mit ihren langen Beinen öffnet sich der Seitenschlitz ihres Kleides ein wenig und wenn ich da jetzt noch einmal hinsehe, werde ich in der Atmosphäre verglühen.

Es hat etwas von Voyeurismus, was ich hier gerade mache. Ja, ich beobachte sie mehr oder weniger heimlich und sie zieht sich praktisch vor meinen Augen aus bis auf ihren String-Tanga. Ich bin kaum eine halbe Stunde hier und meine Körpersäfte werden direkt wieder durch den Mixer gejagt.

„Was für ein herrlicher Morgen.“

Siedend heiß fällt mir ein, daß ich meinen Masterplan, den ich mir letzte Nacht zurechtlegen wollte, völlig aus den Augen verloren habe. Ich sitze also wieder hier ohne jeden Plan.

Zunächst muß ich, um zu meiner Decke zu gelangen, an ihr vorbei laufen. Was soll ich sagen? Hallo, guten Morgen, schön dich zu sehen oder sonst was. Nein, ich warte lieber. Sie ging gestern recht häufig ins Wasser und ist dann auch längere Zeit geschwommen. Sicher wird sie das auch jetzt bald tun und ich kann mich unbemerkt auf meine Decke schleichen. Ich glaube nicht, daß sie meine Decke erkannt hat. Es ist zwar die Einzige weit und breit, aber sie hat sie ja erst einmal gesehen.

Und tatsächlich, sie steht auf, nimmt ihren Kamm aus dem Haar und wirft ihre Mähne auf diese unnachahmlich erotische Weise zurück, um anschließend mit großen Schritten Richtung See zu laufen. Ein tolles Bild, diese langen, schlanken Beine und dieser schöne Busen mit diesen frivolen Brustwarzen.

Sie ist ganz schön groß, denke ich mir gerade und ich bin selbst an guten Tagen nur einsfünfundsiebzig. Das könnte knapp werden. Aber ok.

Sie ist jetzt Schwimmen. Ich zahle und gehe zu meinem Platz auf der Wiese. Wenn Sie aus dem Wasser kommt, wird sie mich sehen. Ich muß dann versuchen, meinen Puls wieder in den Griff zu bekommen um nicht womöglich noch zu kollabieren.

Da kommt Sie…! Mein Gott sieht sie scharf aus.

Nun ja, meine Hormone zu bändigen ist auch nicht gerade eine Aufgabe für Pfarrerstöchter. Von dieser Seite aus betrachtet, wäre sie praktisch die Idealbesetzung.

„Oh Mann, ist das aufregend.“ 

Fortsetzung folgt…!





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